• LOGON - Magazin für Transformation

    Einheit und Leben

    Einheit – als grundlegende Tatsache des Menschseins – liegt gleichsam am Horizont unseres Alltagsbewusstseins. Dabei ist sie kein Wissen im üblichen Sinn, sondern eher eine Kraft und letztlich das Leben selbst.

    Die Treppe zum Himmel beginnt hier

    Freiheit beginnt nicht mit dem Abwerfen der Fesseln, sondern mit dem Erkennen ihrer Funktion. Die Fesseln sind kein Fehler. Sie sind die Bedingungen unseres Menschseins.
    Frei werden wir nicht, indem wir gegen sie kämpfen – sondern indem wir sie erkennen und anerkennen. Und das genügt, damit sie sich wandeln.

    Erleuchtung? Ja, aber nicht zu viel

    Halb zog sie ihn, halb sank er hin.“ Diese Zeile aus einem Werk Goethes markiert ein Dazwischen, einen Schwebezustand zwischen Hingabe und Widerstand. Ist es nicht manchmal auch so bei der spirituellen Suche? Spüren wir nicht hin und wieder ein Gezogen-Werden zu Höherem und dann ein Zurückweichen, ein Zurückkehren zum Gewohnten?

    Ist der Himmel offen? Vom Aufstieg der Seele

    Für Mystiker im Mittelalter wie Meister Eckehart und Jan van Ruysbroeck (1293-1381) galt als Pforte zum Königreich das nunc stans, das „stehende [vertikale] Jetzt“, das zeitlose Verharren im gegenwärtigen Augenblick. In gezielter Meditation suchten sie in ihm den direkten seelischen Zugang zu Gott. Die Faszination für den unteilbaren Moment des Jetzt als „Eingang“ im spirituellen Sinne besteht bis heute.