Wahre Heiterkeit kann nicht auf der Verdrängung gegenläufiger Gefühle beruhen. Man wünscht sich und anderen möglichst viel Glück. Aber wie, wenn die höchste Glücksempfindung, wenn wahre Heiterkeit einen Menschen voraussetzte, der auch Allertiefstes gelitten haben muss? Wenn Glücksgefühl überhaupt erst möglich wäre in einem durch Lust und Unlust gereiften Herzen?
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LOGON - Magazin für Transformation
Der Loslösungsprozess ist befreiend – Klaus Bielau im Interview mit Rüdiger Dahlke
Die Seele kommt aus einer unendlichen Weite und Freiheit und wird im Körper sozusagen gefangen, und das fühlt sich beengend an. Beim Tod ist es genau umgekehrt, da verlässt die Seele den Körper und es wird erlebt als eine enorme Befreiung und eigentlich als sehr, sehr schön.
Brief an Jo
Ein von außen betrachtet schwieriger Krankheitsprozess kann auch ein Segen für die ganze Umgebung sein, für die Familie, für den Freundeskreis.
Lieber Jo!
Vielleicht ist es etwas merkwürdig, dass ich dir heute einen Brief schreibe. So wie früher, als ich dir
eine Postkarte aus dem Urlaub oder einen Brief zum Geburtstag geschickt habe. Postkarten und Geburtstagsbriefe sterben heutzutage aus. Aber du, mein lieber Schwager, bist keinesfalls „ausgestorben“, auch wenn du uns im letzten Herbst verlassen hast. In deinem „Weggehen“ hast du uns mit intensivster Lebendigkeit beschenkt.Der Bardo Thödol – Das Tibetanische Totenbuch
Der Bardo Thödol, das Tibetische Totenbuch, begleitet den Sterbenden vom Tod zur Reinkarnation.
Es ist aber auch ein Wegweiser für das Leben und für das Überwinden von Wiedergeburten.Die aus dem 8. Jahrhundert stammende Schrift Bardo Thödol, die etwas unpassend als das Tibetische Totenbuch bekannt wurde, ist nach einer neueren Definition von Lama Anagarika Govinda
… nicht ein Führer für die Toten, sondern für solche, die den Tod überwinden und den Vorgang des Sterbens in einen Akt der Befreiung verwandeln wollen. Mit der englischen Übersetzung des Tibetischen Totenbuchs durch Evans-Wentz im Jahr 1927 wurde dieses Buch im Westen weit verbreitet und in verschiedene Sprachen übersetzt. Der Bardo Thödol wird Padmasambava, der im 8. Jahrhundert den Buddhismus nach Tibet brachte, zugeschrieben. Er galt bis ins 14. Jahrhundert als verschollen und wurde entsprechend der Überlieferung durch Karmalingpa wiederentdeckt und schriftlich fixiert. Die verschiedenen Übersetzungen des Tibetischen Totenbuchs verbreiteten sich in Amerika und Europa schnell, und das nicht nur unter Interessierten an östlicher Religion, Mystik und Theosophie, sondern auch in der westlichen Wissenschaft, hauptsächlich der Psychologie, der Medizin, Physik und der Forschung über Nahtoderfahrungen.Unser Leben – ein Totsein? – Aber was ist dann Leben?
Unser Leben ist ein farbiger Abglanz. Der, der sich in unserem Dasein abbildet, möchte von uns gefunden werden. Wenn das nicht geschieht, sind wir im Außen verloren.
Manchmal ändern Ströme ihren Lauf. Die Quelle bleibt am selben Ort
und ebenso das Meer, aber der Weg zwischen beiden verläuft anders. Wo
früher Wasser strömte, bleiben tote Arme zurück, Tümpel, Teiche, Seen.
Sie werden weiter gespeist, von unten durch das Grundwasser, von oben durch den Regen. So bleiben sie indirekt mit dem Strom verbunden, aber zugleich werden sie zu etwas Eigenem. Hierzu schmückt sie die Zauberin Natur, stattet jedes auf seine Weise aus. Ein Auenland entsteht mit herrlichen Orten, Artenvielfalt und wundervollen Biotopen, „Abbildern des
Lebens“